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Bus Rapid Transit
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Bus Rapid Transit (abgekĂŒrzt BRT), in den USA auch Busway oder französisch Bus Ă haut niveau de service (ĂŒbersetzt Bussystem mit hoher AngebotsqualitĂ€t, abgekĂŒrzt BHNS) bezeichnet ein auf Omnibussen basierendes Verkehrssystem, dessen TransportkapazitĂ€t und AngebotsqualitĂ€t durch angepasste Infrastruktur, Betrieb und Fahrzeuge gesteigert ist. Im engeren Sinn sind BRT vor allem in Entwicklungs- und SchwellenlĂ€ndern bestehende Netze, die mit extrem dichter Taktung bis zu 60 000 FahrgĂ€ste pro Stunde und Richtung befördern können.
Charakteristisch fĂŒr ein BRT sind oft baulich getrennte Busspuren, ĂPNV-Bevorrechtigung, ein dichter Takt und hochwertig gestaltete Haltestellen. In den Bussen werden keine Fahrkarten verkauft, um die Haltezeiten gering zu halten. Zum Erreichen einer besonders hohen TransportkapazitĂ€t verfĂŒgen einige, vor allem sĂŒdamerikanische BRT-Systeme ĂŒber hochflurige bis zu 24 Meter lange Doppelgelenkbusse und sogar BahnsteigtĂŒren an den Haltestellen.cite-ref-2[2]
Vorteilhaft gegenĂŒber dem schienengebundenen öffentlichen Verkehr sind die meist schnellere Realisierbarkeit, geringere Investitionskosten und die höhere FlexibilitĂ€t von Bussen.cite-ref-sutp-3a-flex-3-0[3]cite-ref-4[4]
Bezeichnungen wie Metrobus können ein reiner Produkt- oder Marketingname sein. Inhaltlich dient er in Abgrenzung zu Bus Rapid Transit mancherorts der Kennzeichnung von herkömmlichen Buslinien mit zwar hervorgehobener LinienfĂŒhrung oder Taktdichte, ohne aber Investitionen in technische oder BRT-typische organisatorische MaĂnahmen zu versprechen. Eine Metrobus-Linie kann sowohl auf Infrastruktur fahren, die BRT-Kriterien erfĂŒllt, als auch ohne QualitĂ€tsgewinn im normalen StraĂenverkehr unterwegs sein. Umgekehrt kann eine fĂŒr BRT geeignete Infrastruktur auch von nicht besonders vermarkteten Linien genutzt werden.
Contents
âą Geschichte
âą Beispiele
âą Oberhausen
âą Ăle-de-France
âą Nantes
âą Metz
âą StraĂburg
âą BogotĂĄ
âą Istanbul
âą Ottawa
âą Belo Horizonte
âą Rio de Janeiro
âą Zhuzhou
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Geschichte
In Europa wurden seit langem (1950er Jahre) Schnellbus-Verbindungen eingerichtet, bei denen durch das gezielte Auslassen von Haltestellen ein Fahrzeitvorteil erreicht wird. Eine Bevorrechtigung gegenĂŒber dem zunehmend den ĂPNV behindernden Individualverkehr wurde durch Einrichtung von Busspuren erreicht. Seit den 1980er Jahren wird eine weitere Beschleunigung durch MaĂnahmen wie Ampelvorrangschaltung und Busschleusen in Zusammenhang mit RechnergestĂŒtzten Betriebsleitsystemen erreicht.
Als Pionier der BRT-Systeme gilt u. a. der Planer Arthur Ling mit dem Masterplan einer neuen Stadt Runcorn in England, der in den 1950er Jahren dieses moderne Nahverkehrskonzept enthielt und zu einer Teileröffnung 1970 fĂŒhrte.cite-ref-5[5] Es zeichnet sich durch eine HochstraĂe aus, auf der allein Busse in ein Einkaufszentrum hineinfahren, um das herum durch eine FuĂgĂ€ngerzone viele Wohnungen erreicht werden können.
Auch die Stadt Curitiba (Brasilien) wird als Ursprung des Bus Rapid Transits bezeichnet.cite-ref-6[6] Die Stadt kann fĂŒr sich wohl beanspruchen, das Konzept 1968 als erste GroĂstadt geplant und 1974 bereits einen Abschnitt eröffnet zu haben. Lange war fĂŒr die Stadt eine U-Bahn geplant worden. Schwierig blieb jedoch die Finanzierung. Darum suchte der BĂŒrgermeister die nötige Transportleistung durch Neuerfindung eines Bussystems als âSurface Subwayâ zu erreichen, das dann tatsĂ€chlich gewohnte Leistungen von Bussystemen weit hinter sich lieĂ.cite-ref-7[7] BRT-Systeme wurden immer weiter verbessert, sodass alte Faustregeln ĂŒber Grenzen möglicher Beliebtheit und Transportleistung von Bussystemen um GröĂenordnungen ĂŒbertroffen wurden.
Verkehrsmittelwahl
BefĂŒrworter von Bus Rapid Transit argumentieren, dass sich durch geringere Kosten fĂŒr Verkehrsunternehmen eine höhere Gewinnschöpfung als durch schienengebundenen Verkehr ergeben könne. Es wird postuliert, dass Betreiber darĂŒber hinaus das Bus-Angebot bis zur Kostengleichheit weiter steigern, dadurch die Verkehrsmittelwahl der Bevölkerung zu ihren Gunsten beeinflussen, mehr Verkehrsanteile vom motorisierten Individualverkehr ĂŒbernehmen und (mit klimaneutralem Antrieb) den AusstoĂ von Treibhausgasen senken können.cite-ref-9[9] FĂŒr ein im Sinne einer freien Verkehrsmittelwahl durch Verkehrsteilnehmer wahrnehmbar attraktives Angebot ohne Störungen sind Investitionen erforderlich. Dies beinhaltet geeignet trassierte, an Zufahrten und Kreuzungen mit Vorrang eingebundene und technisch wie regulatorisch glaubwĂŒrdig gegen Falschnutzung geschĂŒtzte Sonderspuren.
Erfolgreiche BRT-Systeme in Metropolen hoben ein verfĂŒgbares örtliches ArbeitskrĂ€ftepotenzial, das vorher geringe Löhne in oft irregulĂ€ren BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnissen kannte. Diese Systeme schufen verlĂ€ssliche ArbeitsplĂ€tze in GroĂstĂ€dten und fördern die Gesamtwirtschaft ĂŒber den Kernzweck hinaus, die Verkehrssituation zu verbessern. Bei VollbeschĂ€ftigung, in demografisch alternden und in Volkswirtschaften mit höheren Löhnen ist der hohe Personalbedarf gegenĂŒber schienengebundenen Verkehrsmitteln nachteilig, da das knappe Personal einen groĂen Anteil der Betriebsausgaben ausmacht.
Beispiele
Folgend sind Quellen einbezogen, die BRT unterschiedlich abgrenzen, insbesondere Global BRTdata.org: Diese Datenbank wird federfĂŒhrend gepflegt durch das WRI Brasil Ross Center for Sustainable Cities.
Oberhausen
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Hauptartikel
:
ĂPNV-Trasse Oberhausen
Die ĂPNV-Trasse Oberhausen ist ein deutsches Beispiel fĂŒr ein BRT-System.cite-ref-10[10] Die 6,8-km-lange vollstĂ€ndige unabhĂ€ngige Trasse fĂŒr Busse und StraĂenbahnen bildet das HerzstĂŒck des Nahverkehrs in Oberhausen. Sie entstand 1996 im Zuge des Baus der Neuen Mitte Oberhausen mit dem Centro Oberhausen durch Umbau zweier ehemaliger Eisenbahnstrecken. Das nördliche Ende der ĂPNV-Trasse ist der Neumarkt in Oberhausen-Sterkrade (bis 2004 war es der Bahnhof Oberhausen-Sterkrade) und das sĂŒdliche Ende der ĂPNV-Trasse ist der Hauptbahnhof. WĂ€hrend die Busse die ĂPNV-Trasse flĂ€chendeckend mit ganz Oberhausen verbinden, verkehrt die StraĂenbahnlinie lediglich vom nördlichen Ende der ĂPNV-Trasse in Sterkrade nach MĂŒlheim. Die ĂPNV-Trasse ist vollstĂ€ndig vom Individualverkehr getrennt und bis auf die Kreuzung mit der Dorstener StraĂe in Sterkrade vollstĂ€ndig kreuzungsfrei zum Individualverkehr. Doch auch an dieser einzigen höhengleichen Kreuzung ist sie gegenĂŒber dem Individualverkehr vorranggeschaltet. Die ĂPNV-Trasse verbindet Alt-Oberhausen mit Sterkrade und Osterfeld in ca. 10 Minuten und sorgt fĂŒr einen besonders zĂŒgigen Busverkehr vom Norden in den SĂŒden der Stadt. 28500 FahrgĂ€ste nutzen tĂ€glich das Angebot auf der ĂPNV-Trasse.
Ăle-de-France
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Hauptartikel
:
âMetrobuslinien in der Ăle-de-Franceâ im Artikel Liste der Pariser Buslinien
Die erste Bus-Rapid-Transit-Strecke in der Ăle-de-France wurde bereits 1993 eingerichtet, als erste in Frankreich ĂŒberhaupt. Heute sind dort vier solche Linien mit einer GesamtlĂ€nge von rund 60 Kilometern in Betrieb. Als BRT zertifiziert ist der Korridor TVM (Antony-La Croix de B...). Ihm wurde Exzellenz bescheinigt: Silber.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-0[11] FĂŒnf weitere Linien sollten 2013 in den nĂ€chsten fĂŒnf bis sechs Jahren folgen. Etwa 15 weitere Linien standen auf der Wunschliste der Kommunen. Ob Bedarf besteht und Gelder fĂŒr ihren Bau zur VerfĂŒgung stehen, war noch zu prĂŒfen. Paris gewann â auch fĂŒr sein Netz an FahrradstraĂen â den Sustainable Transport Award 2023.cite-ref-12[12]
Nantes
Im November 2006 wurde unter dem Namen Busway eine sieben Kilometer lange Bus-Rapid-Transit-Strecke in Nantes eingefĂŒhrt. Die Linie 4 ergĂ€nzt das bestehende StraĂenbahnnetz mit 3 Linien. Der Busway hat 15 Haltestellen und beförderte nach zwei Jahren Betrieb tĂ€glich 25 000 FahrgĂ€ste. Bis zum Jahr 2016 stiegen die Fahrgastzahlen auf 39 000 FahrgĂ€ste an. Es werden elektrische Doppelgelenkbusse eingesetzt. Die Linie 5 ist ebenfalls eine BRT-Linie. Zwei StraĂenbahnlinien (Linien 6 und 7) und ein Busway (Linie 8) sind in Bau.cite-ref-13[13]
Der Busway 4 wurde 2013 BRT-zertifiziert mit Bronze Exzellenz.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15] Den BRT-Korridor 4 erfasste BRTdata 2013 mit 7 km LĂ€nge. Der Verkehrsanteil des ĂPNV in Nantes betrug 2012 16 % (MIV 52 %). Rund 2.000 betrug im Jahr 2011 an verkehrsreicher Stelle der BRT-Personentransport in der Spitzenstunde pro Richtung (PPHPD).cite-ref-16[16] Da die Buslinie bis 2015 an ihre KapazitĂ€tsgrenze stieĂ, beschloss man, ab 2019 Elektro-Doppelgelenkbusse von 24 m LĂ€nge einzusetzen und einige Schnellladeeinrichtungen zu installieren. Dort genĂŒgen Sekunden, um ein Fahrzeug nachzuladen.cite-ref-nantes-e-busways-system-semitan-uitp-award-17-0[17] AuĂerdem sollten Haltestellen weiter ausgebaut werden.
Anfang 2022 gewann Nantes den 2-jĂ€hrig vergebenen Preis des Weltverbandes fĂŒr ĂPNV (UITP-Award 2021) fĂŒr âOperational and Technological Excellenceâ des E-Bussystems.cite-ref-nantes-e-busways-system-semitan-uitp-award-17-1[17]
Metz
StraĂburg
Am 30. November 2013 wurde nach Bau eines neuen StraĂenbahnnetzes die Bus-Ă -haut-niveau-de-service-Linie G vom Hauptbahnhof nach Espace EuropĂ©en de l'Entreprise im Stadtteil Schiltigheim eröffnet. Sie ist nicht als BRT zertifiziert.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-2[11] Wie schon fĂŒr die StraĂenbahn wurde auch fĂŒr den Bus ein GroĂteil des StraĂenraums umgestaltet.
BogotĂĄ
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Hauptartikel
:
TransMilenio
Seit November 2000 besitzt BogotĂĄ ein Bus-Rapid-Transit-System namens TransMilenio. Von 8 zertifizierten BRT-Korridoren wurden 2013 zwei mit Exzellenz Silber ausgezeichnet, 6 sogar mit Gold.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-3[11]
Bereits 2001 war mittelfristig eine FlĂ€chenabdeckung geplant, bei der 85 % der 7 Millionen Einwohner innerhalb von 500-m-Streifen lĂ€ngs der BRT-Linien wohnen. Das hielt man mit einem alternativen Schienennetz (LRT und HRT) fĂŒr unrealistisch.cite-ref-sutp-3a-flex-3-1[3] 11 BRT-Korridore erkannte Global BRTdata 2014 mit 113 km LĂ€nge. Der Verkehrsanteil des ĂPNV in BogotĂĄ betrug 2010 59 % (MIV 26 %), was 2,2 Mio. FahrgĂ€ste tĂ€glich bedeutete. An verkehrsreicher Stelle betrug im Jahr 2018 der Personentransport in der Spitzenstunde pro Richtung (PPHPD) rund 49.000.cite-ref-18[18] Noch 2003 hatte eine Studie (von deutscher Bundesregierung finanziert) geglaubt, PPHPD-Werte ĂŒber 35.000 seien Metrosystemen vorbehalten.cite-ref-sutp-3a-flex-3-2[3] Doch wurden inzwischen selbst 49.000 Personen in der Spitzenstunde (PPHPD) lĂ€ngst schon wieder durch BRT ĂŒbertroffen (im Nachbarland â s. u.).
1300 neue Elektrobusse im Umlauf reduzieren 2023 die CO2-Belastung des Klimas um 94.300 Tonnen.cite-ref-19[19]
2022 gewann BogotĂĄ den Sustainable Transport Award wegen seines BRT-Systems und der Fahrrad-Infrastruktur.cite-ref-20[20]
Istanbul
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Hauptartikel
:
Metrobus Istanbul
In Istanbul wurde im September 2007 ein Bus-Rapid-Transit-System mit einer eigenen Fahrspur je Richtung eingerichtet, das den Namen MetrobĂŒs trĂ€gt. Auf groĂen Teilen der Strecke, die halbkreisförmig um das Stadtzentrum herumfĂŒhrt, befinden sich diese Fahrspuren in der Mitte von mehrspurigen KraftfahrstraĂen und werden wegen der fĂŒr die FahrgĂ€ste ĂŒber Treppen und teilweise AufzĂŒge kreuzungsfrei erreichbaren Mittelbussteige dort im Linksverkehr betrieben.
Das System hatte 2018 eine LĂ€nge von 52 km und bediente 44 Haltestellen, sollte aber weiter ausgebaut werden. Das Verkehrsunternehmen İETT setzte insgesamt 250 Mercedes-Benz CapaCity-Gelenkbusse mit 200 PlĂ€tzen und ca. 160 weitere Mercedes-Benz Gelenkbusse auf dem MetrobĂŒs-System ein, zeitweise auch 50VDL Phileas-Doppelgelenkbusse. Werktags fuhren 2020 fast eine Million FahrgĂ€ste mit diesen Bussencite-ref-cumhurhaber-21-0[21], in Spitzenzeiten 45.000 pro Stunde und Richtung (PPHPD), weil durch die LĂ€nge einiger Flaschenhals-Haltestellen mehrere Busse gleichzeitig ent- und beladen werden können.
Laufende Verbesserungen insbesondere an Haltestellen sowie neue Busse erhöhen die KapazitĂ€t weiter.cite-ref-cumhurhaber-21-1[21] Durch den relativ groĂen Haltestellenabstand (durchschnittlich knapp 1,28 km) und die zĂŒgige Beschleunigung der Fahrzeuge liegt die Reisegeschwindigkeit bei 40 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wurde von ursprĂŒnglich 80 km/h aus SicherheitsgrĂŒnden und zur Verringerung des VerschleiĂes der stark strapazierten Busse auf 70 km/h reduziert. Die Laufleistung der CapaCity-Busse liegt je nach Kurs bei bis zu 800 km tĂ€glich. Es fahren fast nur noch Serienbusse von Mercedes-Benz; denn die Phileas-Busse werden nur noch wenig eingesetzt wegen vielfĂ€ltiger technischer Probleme (gerichtlich dokumentiert), die zu Pannen auf der einspurigen Fahrbahn und zu Buspulks gefĂŒhrt hatten.cite-ref-24[24]
Der BRT-Korridor ist mit âSilberâ zertifiziert.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-4[11]
Ottawa
Der lokale Nahverkehrsbetrieb OC Transpo betreibt mit dem Transitway ein BRT-System, das aus einer Stammstrecke durch die Innenstadt und vier AuĂenĂ€sten besteht. Alle Korridore sind als BRT zertifiziert und ausgezeichnet mit Bronze.cite-ref-25[25]
Belo Horizonte
Seit 1975 besitzt das brasilianische Belo Horizonte ein Bus-Rapid-Transit-System MOVE. Es hatte 2022 eine LĂ€nge von 39 km in 7 BRT- (oder zumindest Metrobus-)Korridoren mit 82 Haltestellen. 2012 war der Verkehrsanteil des ĂPNV 41 % (MIV 24 %)cite-ref-26[26]. Der Korridor Ărea Central wurde 2017 als BRT zertifiziert, der Korridor AntĂŽnio Carlos 2015 mit Exzellenz Silber und der Korridor Cristiano Machado 2014 mit Exzellenz Gold. Am verkehrsreichen Korridor AntĂŽnio Carlos betrug 2014 die Spitzenzahl stĂŒndlicher Busse pro Richtung 500.cite-ref-27[27] Dies bedeutet eine Fahrzeugfolge von durchschnittlich 7 Sekunden.
Rio de Janeiro
Seit 2011 besitzt Rio de Janeiro ein Bus-Rapid-Transit-System (BRT Rio). Dieses war 2022 168 km lang in 17 BRT- (oder zumindest Metrobus-)Korridoren mit 240 Haltestellen. Zwei davon wurden 2014 bzw. 2016 als BRT zertifiziert mit Silber Exzellenz, zwei weitere 2013 bzw. 2014 mit Gold.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-5[11] TĂ€glich wurden hier 3,5 Millionen FahrgĂ€ste befördert. 2014 war der Verkehrsanteil des ĂPNV 47 % (MIV 23 %). Der leistungsstarke Korridor TransBrasil fĂŒgte im Februar 2024 weitere 60 km dem BRT Rio hinzu.cite-ref-28[28]
Am verkehrsreichen Streckenteil der Nossa Senhora de Copacabana betrug 2014 die Spitzenzahl stĂŒndlicher Busse pro Richtung 320 Bussecite-ref-brtdata-rio-29-0[29], was eine Fahrzeugfolge von durchschnittlich 11 Sekunden bedeutet.
Santiago de Chile
Santiago de Chile besitzt ein 90 Kilometer langes Bus-Rapid-Transit-System mit 13 BRT- (oder Metrobus-)Korridoren. 5 davon sind als BRT zertifiziert und ausgezeichnet mit Bronze.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-6[11]
Zhuzhou
In Zhuzhou in der chinesischen Provinz Hunan fĂ€hrt seit 2018 ein Autonomous Rail Rapid Transit (ART). Trotz der Gattungsbezeichnung ist er (bisher) weder völlig autonom noch schienengebunden, sondern ein mittels Laser spurgefĂŒhrter Elektrobus, der mit umfangreicher FahrerunterstĂŒtzung gefahren wird. Er kann â etwa zur Stauumfahrung â auf die SpurfĂŒhrung verzichten und bietet 300 bis 500 PlĂ€tze nach Herstellerangabe. Der ART kann zudem in besonders dichter Folge gefahren werden,cite-ref-31[31]cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] was beispielsweise als Platooning von 2â3 ART-Fahrzeugen fĂŒr Ă€hnlich kompakten Transport von 1.000 FahrgĂ€sten spricht wie HRT/U-Bahn. Die Linie ist nicht als BRT zertifiziert.cite-ref-itdp-best-practices-2013-11-7[11]
Merkmale und Verbreitung von Bus-Rapid-Transit-Systemen
GemÀss Hochschule Luzern
In einer Forschungsarbeit der Hochschule Luzern wurden fĂŒr BRT-Systeme auf Grund verschiedener Grundlagenanalysen folgende Merkmale erkannt:cite-ref-hslu-34-0[34]
âą Hoher Anteil an Eigentrassierung
⹠Hohe BeförderungskapazitÀt
âą Dichte Taktfolgen
âą Moderne Fahrzeuge und darauf abgestimmte Haltestellen
⹠Leitsysteme (u. a. Fahrzeuglenkung und -Disposition, Störungsmanagement)
âą Integrierte Tarifsysteme inkl. modernen Zahlungsmethoden
âą sichtbare Wiedererkennungsmerkmale (Branding)
Die Verbreitung von BRT-Systemen im Jahr 2011 wird dabei wie folgt ausgewiesen:cite-ref-hslu-34-1[34]
| Kontinent | StÀdte | Korridore | Netzausdehnung | Anzahl Haltestellen | Anzahl Fahrzeuge | Passagiere/Tag |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Afrika | 3 | 3 | 62 km | 93 | 463 | 390'000 |
| Asien | 33 | 85 | 1'360 km | 1'658 | 6'590 | 6'289'531 |
| Europa | 21 | 32 | 291 km | 609 | 781 | 629'369 |
| Europa/Asien | 1 | 2 | 43 km | 33 | 300 | 700'000 |
| Lateinamerika/Karibik | 33 | 91 | 1'345 km | 2'717 | 19'239 | 17'691'945 |
| Ozeanien | 5 | 12 | 324 km | 142 | 1'411 | 345'800 |
| USA und Kanada | 20 | 57 | 993 km | 1'485 | 1'993 | 1'013'901 |
Zertifizierung gemÀss ITDP
In globaler Kooperation unter FederfĂŒhrung des Institute for Transportation and Development Policies (ITDP), NY, entwickelte und pflegt ein BRT Standard Technical Committee einen BRT-Standard mit QualitĂ€tskriterien und QualitĂ€tsstufen, nĂ€mlich Mindestanforderungen an ein BRT-System (Basis) und Exzellenzstufen (Bronze, Silber, Gold).cite-ref-35[35] Das Technische Komitee zertifiziert demgemÀà weltweit BRT-Korridore, wie in den meisten vorstehenden Beispielen angefĂŒhrt.,
BRT-Mindestanforderungen sind ErfĂŒllungsgrade der Kriterien:
⹠eigene Busspur, abgetrennt vom restlichen Verkehr und damit von Stockungen und zÀhem Verkehrsfluss (max. 8 Punkte)
âą Lage der Busspur, so dass Park-, Abbiege- und Wendemanöver des restlichen Verkehrs die Busfahrten nicht behindern, optional abschnittsweise als HochstraĂe oder im Tunnel ausgefĂŒhrt (max. 8 Punkte)
âą Busvorrang an Kreuzungen/EinmĂŒndungen/Engstellen gesteuert durch Leitsystem (LSA-Bevorrechtigung) und Busschleusen, um an Verkehrsstockungen und zĂ€hem Verkehrsfluss vorbeizufahren (max. 7 Punkte)
âą busexterne Bezahlung (max. 8 Punkte), um das Einsteigen zu beschleunigen
âą höhengleicher Busein/Ausgang, zumindest aber Niederflurfahrzeuge, die einen nahezu niveaugleichen Einstieg ermöglichen, und eine groĂe Anzahl breiter TĂŒren (ggfs. beidseitig) ebenfalls zur Beschleunigung von Ein- und Ausstiegen (max. 7 Punkte)
Notwendig sind insgesamt 20 Punkte, davon je 4 Punkte bei Busspur und deren Lage, sowie die MindestlÀnge von 3 km durchgehender Busspur.
Die ErfĂŒllungsgrade der Merkmale sind im BRT-Standard mit Punktwerten operationalisiert.
Methodisch Ă€hnlich wie die Kalkulation der Mindestanforderungen fĂŒr die Basisstufe der BRT-Zertifizierung erfolgt die Punktevergabe und Bewertung der Exzellenzstufen (mit Plan- und Leistungskriterien).
Es gab im Juni 2023 nach dieser BRT-Einstufung und Wegfall einiger vorlÀufiger Zertifizierungen folgende globale Verteilung zertifizierter Systeme:
| Kontinent | Gold-BRT | Silber-BRT | Bronze-BRT | Basis-BRT | Summe der zertifizierten BRT | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Australien | | 1 | | | 1 | |
| Afrika | | 1 | | | 1 | |
| Europa | | 3 | 2 | | 5 | (TĂŒrkei 1, GroĂbritannien 1, Frankreich 3) |
| Asien | 3 | 5 | 21 | 15 | 44 | |
| Nord-Amerika | | 2 | 8 | 3 | 13 | |
| Latein-Amerika | 13 | 30 | 11 | 2 | 56 | |
Fahrzeuge fĂŒr BRT-Systeme
BRT-Systeme erreichten bereits mit regulĂ€ren Stadtbussen sehr hohe KapazitĂ€t. Dennoch haben verschiedene Hersteller speziell an den BRT-Verkehr angepasste Modelle entwickelt. FĂŒhrend dabei sind sĂŒdamerikanische Aufbauhersteller wie Busscar, Marcopolo und CAIO Induscar, welche jeweils spezielle hoch- und niederflurige BRT-Aufbauten fĂŒr verschiedene Herstellerchassis anbieten. 250 PlĂ€tze haben Batteriebusse fĂŒr BogotĂĄ und Curitiba.cite-ref-36[36]
Die chinesische CRRC bietet mit ihren ART-Fahrzeugen elektrische Zweirichtungsbusse mit drei oder vier Gelenken an. Die Fahrzeuge können optisch spurgefĂŒhrt werden.cite-ref-37[37] In Malaysia wurde im Herbst 2023 ein 2-Gelenk-Spurbus von CRRC mit Wasserstoff-Antrieb erwartet.cite-ref-38[38] Das französische Translohr-System ist eine Mischung aus Bus und StraĂenbahn. Die Translohr-Fahrzeuge können bis zu 5 Gelenke bei 46 m LĂ€nge besitzen und werden ĂŒber eine Mittelschiene spurgefĂŒhrt. Aufgrund der SpurfĂŒhrung ĂŒber Paare von StahlrĂ€dern wird die Technik auch als StraĂenbahn auf Gummireifen eingeordnet.cite-ref-39[39]
EuropĂ€ische Hersteller haben meist auf Basis ihrer Stadtbusmodelle BRT-Versionen ohne SpurfĂŒhrung entwickelt:
âą Iveco Crealis (auf Basis Iveco Urbanway)
âą Mercedes-Benz CapaCity L und eCitaro G
Einige Doppelgelenkbusse europÀischer Hersteller:
âą HESS lighTram (wird angeboten als Batterie-Oberleitungsbus (Dynamic charging), Batteriebus mit Opportunity charging (OPP) oder mit TOSA (Flash fast-charging system))cite-ref-40[40]
âą Solaris Urbino BHNS (zwei Elektromotoren 700 kWh Batterien)cite-ref-41[41]cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]
âą Van Hool Exqui.City (NewA-Basis, optional Elektroantrieb und/oder Brennstoffzelle)
⹠Volvo Gran Artic (bis 300 PlÀtze)cite-ref-44[44]
âą Irizar ie tram (Batteriebus)
In Istanbul startete der MetrobĂŒs mit Serienbussen von Mercedes-Benz, nahm spezielle BRT-Doppelgelenkbusse (Phileas) hinzu, die zu oft mit Pannen die Busfahrbahn blockierten, und kehrte wieder zu konventionellen Serienbussen in dichter Abfolge zurĂŒck â mit Erfolg (s. o.).
Flexibler als durch Beschaffung gröĂerer Fahrzeuge sind KapazitĂ€tsgewinne durch dichtere Fahrtenfolge in AbstĂ€nden von wenigen Minuten den ganzen Tag ĂŒber und in StoĂzeiten nach Bedarf pro Minute mehrere Busse (Beispiele oben) oder KapazitĂ€tsgewinne durch Netzanpassungen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass je nach Region das Fahrpersonal der gröĂte Kostenpunkt im Betrieb sein kann.cite-ref-45[45] Bei dichter Busfolge kann es zudem zu gegenseitigen Behinderungen kommen, zum Beispiel wenn ein relativ leerer Bus einem relativ vollen Bus folgt und so unterschiedliche Haltezeiten an den Haltestellen auftreten (Bus Bunching). Der Effekt kann durch verschiedene MaĂnahmen abgemildert werden, zum Beispiel durch aktuelle Fahrgastinformation zur Auslastung der nĂ€chsten Busse, durch Wechsel der Busreihenfolge an Doppel-Haltestellen, beim Halten an einer Ampel oder zweispurige Abschnitte oder auch durch Verkehrsmanagement-Systeme.cite-ref-46[46] Bei Systemen mit fixem Fahrplan kann das Abwarten der Abfahrtszeit an den Haltestellen zudem zu Problemen fĂŒhren, wenn die Haltestellen nicht ausreichend ĂŒberholbar ausgefĂŒhrt sind und insbesondere bei Korridoren mit mehreren Linien so verspĂ€tete Fahrzeuge ihre VerspĂ€tung nicht ausgleichen können oder gar weitere VerspĂ€tung erleiden.
Weblinks
Commons
: Bus Rapid Transit
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
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cite-note-44. â Wulf-Holger Arndt: BeitrĂ€ge aus der Verkehrsforschung. Univerlagtuberlin, 2004, ISBN 978-3-7983-1986-8, S. 59 (google.com [abgerufen am 5. November 2022]).
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cite-note-88. â Quelle?
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